vielen vielen dank für die literaturhinweise, pingu, rattevomfels & ladytramp!

das meiste kenne ich zwar, aber ich hatte nicht mehr alles davon im kopf.
@ pingu:
jane rule kommt mir vage bekannt vor, hatte ich glaub ich mal in der unibibliothek in der hand. guck ich auf jeden fall nochmal rein.
und das buch von lillian faderman heisst mit vollem titel "odd girls and twilight lovers. a history of lesbian life in twentieth-century america", kann das sein? das hab ich nämlich.
@ rattevomfels:
von "mein lesbisches auge" kenn ich nur die ersten beiden ausgaben (XIIIa & XVa), und da ich nicht so begeistert war, hab ich danach keine mehr gekauft. aber vielleicht steht das ja zum reingucken hier im frauenbuchladen.
kukuc enthält nur sachen aus den 60er/70er jahren ("ina kukuc" ist übrigens das frühere pseudonym von ilse kokula), ist für meine zwecke also nicht so geeignet.
nave-herz kenn ich glaub ich nicht, aber das klingt so, als wäre das in bibliotheken zu finden.
und kokula hab ich ebenfalls im regal. ich find ja das engagiert-frauenbewegte der autorin/interviewerin teilweise etwas anstrengend, finde das buch aber aus genau diesem grund auch interessant zu lesen -- es macht nämlich auch deutlich, wie sehr die fragestellung die antworten bei einem solchen interview beeinflusst. und es zeigt (indirekt), was frauenbewegte lesben in den frühen 80ern von der barkultur der 60er/70er gehalten haben...
@ ladytramp:
die bücher von schoppmann kenne ich alle. spannend ist auch noch der dreibändige roman "der skorpion", auf den sich der titel des einen buchs bezieht (hier steht noch mehr dazu, und auch zu anderen büchern übrigens:
http://www.kingzconnection.com/board/vi ... 8&start=15 )
von kokula kenne ich auch alle drei.
"lila nächte" kommt mir als titel vage bekannt vor, kann das sein, dass es da speziell um österreich geht? mir ist so, als hätte ich das aus irgendeinem grund nicht näher angeguckt...
und "eldorado" ist wirklich ein schönes buch, vor allem wegen der vielen bilder/nachdrucke von anzeigen, zeitungscovern u.ä. der schwule teil ist allerdings grösser als der lesbische, wenn ich das recht erinnere.
ladytramp hat geschrieben:die Frage, ob sich die jeweiligen Personen als Butch/Femme bzw. KV/M oder so gesehen haben, ist in verschiedener Hinsicht schwer zu beantworten. Zum einen handelt es sich bei B/F um einen Anachronismus, Butch oder Femme als Selbtbezeichnung wird man also nicht finden.
genau das meinte ich, als ich davon sprach, ahistorisch mit den begriffen umzugehen. die gleiche einschränkung gilt allerdings auch für alle anderen begriffe (lesbisch, homosexuell, kesser vater, etc.), denn auch die sind zu einem bestimmten historischen zeitpunkt erst entstanden. aber das hast du ja auch schon angedeutet.
ladytramp hat geschrieben:Zum anderen muß man in Rechnung stellen, daß der Umgang mit Sexualität im allgemeinen und Homosexualität insbesondere vor 1968 ein ganz anderer war. Informationen waren nicht besonders leicht zugänglich und so ist es auch mit den anderen Bezeichnungen so eine Sache. Zumal eine Orientierung an dem heterosexuellen "Normalverhältnis" mit Sicherheit häufiger war als heute, wo viele verschiedene Lebensstile denkbar sind.
genau. und um damit meinen faden von oben weiterzuführen:
wenn ich persönlich nach "butch/femme-geschichte" ausschau halte, dann meine ich erstmal undifferenziert *alles*, was ich aus meiner perspektive potentiell als butch/femme *lesen* kann. an dieser sammlung von bildern & geschichte/n habe dann ein zweigeteiltes interesse:
einerseits geht es mir erstmal um das blosse *gefühl*, dass ich mit meinem gender und meiner sexualität in gewissem sinne "vorfahrinnen" habe. also dieses "kommt mir irgendwie bekannt vor" beim blick zurück. und dafür reisse ich auch durchaus mal dinge aus ihrem historischen kontext -- im klaren bewusstsein darüber, dass ich eben dies tue.
andererseits interessieren mich aber auch die historischen fakten, d.h. vor allem die frage, was das, was für mich heute so "butch/femme" aussieht, denn *damals* bedeutet hat -- für die beteiligten, für "die gesellschaft", für "die wissenschaft" (hier v.a. medizin & psychologie). und da ist es natürlich entscheidend wichtig, sich klarzumachen, dass zu anderen zeiten anders über geschlecht und sexualität gedacht wurde, als wir das heute tun, und dass dieses "denken" zu jeder zeit einen einfluss nicht nur auf das sich-identifizieren und verhalten, sondern auch auf das fühlen der menschen hat.
insofern ist es für mich durchaus möglich, mich an meinen lesarten bestimmter (nicht nur) historischer bilder/texte zu erfreuen ("das klingt für mich total butch/femme", "die frauen hier haben männerkleidung an, deswegen les ich die als butches"), und gleichzeitig zu wissen, dass diese lesarten eventuell nicht unbedingt viel mit der realität (damals wie heute) zu tun haben...